Nicht nur im Sommer ein Vergnügen: Wassergymnastik für Schwangere

Nicht nur im Sommer ein Vergnügen: Wassergymnastik für Schwangere

Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft und insbesondere in der warmen Jahreszeit oder bei sommerlicher Hitze wird der zunehmende Bauchumfang immer mehr zu einer Belastung. Deshalb solltet ihr nach Möglichkeiten Ausschau halten, die eurem Wohlbefinden auf die Sprünge helfen. Eine Möglichkeit ist Wassergymnastik, die nicht nur körperliche Entlastung bringt, sondern mit der ihr gleichzeitig etwas für eure körperliche Fitness tut. Obendrein macht Wassergymnastik Spaß und bringt bei sommerlicher Hitze ein bisschen Abkühlung.

Warum Wassergymnastik?

Es gibt spezielle Kurse für Schwangere, in denen sich kleine Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam Wassergymnastik zu machen. Unter Anleitung einer Kursleiterin wird eine Vielzahl von verschiedenen Übungen durchgeführt, bei denen auch Schaumstoffnudeln, Schwimmbretter, Mini-Frisbees oder Wasserbälle zum Einsatz kommen. Wassergymnastik ist im Vergleich zu Aquagymnastik etwas gemäßigter und weniger dynamisch. Meist werden die Kurse von Hebammen oder einer anderen medizinisch ausgebildeten Person durchgeführt. Wer mag, kann bereits ab der 15. Schwangerschaftswoche mit dem sanften Wassersport beginnen, wobei der beste Zeitpunkt zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche liegt, wenn euer Bauch so richtig rund ist. Wassergymnastik ist kein Ersatz für einen umfassenden Geburtsvorbereitungskurs, sondern eine Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, sich bei sommerlichen Temperaturen zu erfrischen und kräftesparend im Wasser zu bewegen.

Die Wirkung der Wassergymnastik in der Schwangerschaft

Wassergymnastik wirkt sich auf ganz unterschiedliche Weise auf euer körperliches Befinden aus:

  • Durch den Wechsel zwischen aktiven und entspannenden Phasen wird euer Kreislauf angeregt und eure Muskeln gedehnt, gekräftigt und gelockert, wobei insbesondere die Bauch-, Rücken- und Dammmuskulatur gestärkt wird. Durch die Dehnübungen sowie das Paddeln der Beine und den Einsatz von diversen Hilfsmitteln werden eure Hüften und euer Becken geschmeidiger. Insgesamt verbessert sich eure Kondition ebenso wie eure Beweglichkeit, und die Gelenke sowie die Wirbelsäule werden entlastet.
  • Bei der Wassergymnastik wird meistens auch bewusstes Ein- und Ausatmen geübt. Die Atemübungen stärken eure Atemmuskulatur, verbessern eure Lungenfitness und sind eine gute Geburtsvorbereitung, die euch am Tag der Entbindung helfen wird, richtig zu atmen und sich die Puste einzuteilen.
  • Mit Hilfe der Wassergymnastik übt ihr, eure Körperhaltung zu kräftigen und zu stabilisieren, wodurch Rückenschmerzen gelindert werden können.
  • Wassergymnastik und auch Schwimmen regen die Blutzirkulation an und beugen Ödemen vor. Das gilt vor allem für die letzten Wochen der Schwangerschaft, wenn die körperliche Belastung am größten ist.

Wann ihr auf Wassergymnastik verzichten solltet

Um an einem Kurs für Wassergymnastik teilnehmen zu können, müsst ihr oftmals ein ärztliches Attest von eurem Frauenarzt vorlegen, mit dem euch ein guter Gesundheitszustand bescheinigt wird, sodass ihr am Kurs teilnehmen könnt. Auf Wassergymnastik, auf Schwimmen und überhaupt auf den Aufenthalt in öffentlichen Bädern solltet ihr verzichten, wenn ihr unter einem zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck leidet. Gleiches gilt für Hautkrankheiten oder allergische Hautreaktionen, bei vorzeitigen Wehen oder wenn ihr Blutungen, vermehrten Ausfluss, eine Pilzerkrankung oder eine Infektion habt. Gleiches gilt für Erkrankungen, die nur in der Schwangerschaft auftreten, und unter dem Überbegriff Gestose zusammengefasst werden.
 
Angeboten wird Wassergymnastik unter anderem von Freizeit- und Kurbädern, von Kliniken und auch von Familienbildungsstätten. Die Kurse eignen sich auch für Schwangere, die nicht schwimmen können oder Angst vor dem Wasser haben, da alle Übungen stehend im Nichtschwimmerbecken durchgeführt werden. Die Kosten variieren, werden jedoch von manchen Krankenkassen im Abrechnungsmodus für die Geburtsvorbereitung übernommen oder im Rahmen von Bonusprogrammen bezuschusst.

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